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Schule - Was geht denn da ab!?
 

Auf dem Dorf, aber auch in der Stadt ist das (Über)-leben in einer Schule hart. Vor allem in ländlicheren Regionen ticken die Uhren noch ein wenig anders. Die Lehrer, die meistens in der gleichen Gemeinde wohnen, kennen sich untereinander, lieben und hassen sich. Hier greifen die allgemein gültigen Generationsgesetze. Wer im gleichen Alter ist, verbündet sich und die alten Lehrermethoden konkurrieren mit den jüngsten pädagogischen Methoden.

Fakt ist, das Refugium Schule ist heutzutage so gut wie unantastbar. Es dominieren nach wie vor die alten Strukturen. Wer als Lehrer arbeitet ist disziplinarisch dem Schulamt unterlegen. Der Schuldirektor muss und darf ungeliebte Lehrer an seiner Schule tolerieren. An manchen Schulen hofft sogar der Rektor auf die Eltern, dass sie sich gegen den einen oder anderen Lehrer auflehnen.

Die Kinder die heute eine Grundschule besuchen, erwartet eine schwierige Zeit. Was früher die schönste Zeit war – ist heute für viele Kinder eine Zeit der Trauer, der Kränkungen, der Wut.
Warum?

Die Gesellschaft hat sich geändert. Dort wo früher der Lehrer eine Autoritätsperson war, herrscht heute Unruhe. Der Lehrerlack ist ab. Längst haben auch die Eltern erkannt, dass Lehrer auch sehr viele Fehler machen, bzw. sehr subjektiv Beurteilungen gegenüber ihren Kindern aussprechen. So kommt es heutzutage auch vor, dass Lehrer die Kinder fragen, was ihre Väter arbeiten und wie viel Geld sie verdienen. Oder es gibt Feststellungen wie „Deine Mutter ist wohl genau so blöd wie Du“. Auch in Elterngesprächen sitzen einzelne Lehrer mit einem gelangweilten Gesicht den Eltern gegenüber: „Wie Sie haben in Russland Mathe studiert? Hier in Deutschland rechnet man dieses Aufgaben so....“



Natürlich sind längst nicht alle Lehrer so. Nehmen wir doch einmal die frisch Studierten Grundschullehrer von der Uni. Höchst motiviert lernen sie im Referendariat das Hamsterrad eines Schulapparates kennen. Sie führen vollwertigen Unterricht durch, dürfen nach Rücksprache mit einem Lehrercoach Noten vergeben und sich in Elterngesprächen behaupten. Ein Referendariatsgehalt für einen vollwertigen Lehrerjob. Das so mancher hier schon aufgibt ist auch verständlich. Die Hartnäckigen unter den Lehreranwärtern beißen sich durch bis sie – endlich – ihren Abschluss geschafft haben und von vollen Klassen mit regionsweise hohem Anteil von Migrantenschülern erwartet werden. Spätestens jetzt erleben sie, wie ihre neuen pädagogischen Methoden nicht greifen und von den Kindern nicht mit einem „Hurra“ honoriert werden. Spätestens jetzt werden sie erfahren, wie die ältere Lehrerliga an der Schule über die „neuen Methoden“ denkt und spätestens jetzt werden sie begreifen, dass sie als „Frischlinge“ bei den Eltern ebenfalls zu kämpfen haben. Denn heute wirbelt selbst die Elternschaft in der Schule mit und gibt nicht selten den Lehrern vor, wie sie zu lehren haben.

Aber es gibt auch andere Beispiele. Es gibt Lehrer die durchaus etwas bewegen möchten, die sich Zeit für die Kinder nehmen, die sich Sorgen machen, wenn sie merken, dass im Elternhaus etwas nicht stimmt. Diese emotionale Pflege der Kinder kostet natürlich Zeit. Zeit, die woanders fehlt. Wen wundert es, wenn es verschiedene Klassen gibt, die die Grundrechenarten mit zehn Jahren nicht aus dem FF können. Oder das Entziffern einer Viertklässlerschrift eine Meisterleistung wie z.B. die Besteigung eines hohen Berges darstellt. Der Leser mag den Kopf schütteln und sich über die schlechten Ergebnisse der PiSA-Studie wundern. Fakt ist, mich wundert es nicht. Die erste Klasse ist für die Kinder ein zu sanfter Einstieg in die Schule. Spielerisch wird den Kindern die Notwendigkeit der Schule versüßt. Wer in sechs Monaten einigermaßen lesen kann, ist schon ein Überflieger. Der Zahlenraum bis 20 ist in Mathe das Thema im ganzen Jahr. Irre ich mich oder haben die heutigen Vierzigjährigen in der ersten Klasse nicht schon wesentlich mehr gelernt? Warum schreiben die Kinder heute auf Kopien – anstatt in ihre Hefte? Warum wird nicht mehr von der Tafel abgeschrieben? Jeder Lehrer sollte doch von dem „Handgedächtnis“ wissen – in den Fremdsprachen wird es zumindest hoch angepriesen und empfohlen. Warum nicht in der Grundschule, wo die Grundlage gesetzt wird? Woher kommt diese elendige Faulheit, die die Kinder schon nach einer kurzen Schulzeit ereilt? Fragt man einen Viertklässler, ist das Schreiben eines Satzes, für ihn eine furchtbare Anstrengung. Sollten sich die Lehrer in den weiterführenden Schulen fragen, warum ihre Schüler selten die gewünschte Wörteranzahl in Aufsätzen oder anderen Texten erreichen, dann sollten sie doch einmal genauer nachforschen. Der Keim konnte kein Pflänzchen werden…bei all den kopierten Blättern.

 

Autor: A. Wolf

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